Stadt Jilove (Eulau), Kreis Decin (Tetschen)
     Die Stadt Jílové (Eulau) breitet sich an der Grenze des Děčínská vrchovina (Děčíner Hügellandes) und des České středohoří (Böhmischen Mittelgebirges) in einer Höhe von 276 m aus. Sie wird von den Ortsteilen Jílové (Eulau), Kamenná (Gesteinigt), Martiněves (Mertzdorf), Modrá (Riegersdorf), Kamenec (Steinsdorf) gebildet, (die beiden zuletzt genannten 1980 eingemeindet) und Sněžník (Schneeberg – 1976 eingemeindet). Durch den Ort führt die Straße I./ 13. Stadt ist Jílové seit 1964, im Jahre 2004 hatte es 5300 Einwohner. Wappen und Fahne erhielt die Stadt im Juni 1998.
     Bis zum 14. Jhd. sind die Erkenntnisse urkundlich nicht belegt. Es wird angenommen, dass die Stadt entlang des Lausitzer Handelsweges entstand und sich so an die Entwicklung des Tetschner und Aussiger Gebietes anschloß. Im Jahre 1126 wird die Schlacht bei Chlumec (Kulm) erwähnt, in welcher Fürst Soběslav I. und Kaiser Lothar III. gegemeinander kämpften. Eine Legende verbindet diese mit dem Hügel Lotarův vrch (Lotharberg).
     Ein urkundlicher Beleg für den damaligen Namen der Stadt – Eulow – stammt aus dem Jahr 1348, als König Karl IV. die Ezoberung und Vernichtung der Gehöfte ungenannter Eigentümer von Jílové in einer Liste genehmigte.
     Später war hier ein Lehn der Burg Lipá (Česká Lípa – Böhmisch Leipa). Im 16.Jhd. wird die Stadt als Teil der Herrschaft Blansko erwähnt, später dem Eulaer Zweig der Ritter von Bünau gehörig. Im Jahre 1629 kauft die Herschaft Familie Thun in Děčín.
     Die Festung ist urkundlich im Jahr 1554 belegt. In der 2. Hälfte des 17. Jhd. wurde sie in ein Schloß umgebaut, 200 Jahre später entstand der romantische Park mit einen klassizistischen Pavillon. In den Jahren 1842 – 1922 war hier eine Baumwoll – spinnerei. Ein Umbau im Neurenaissancestil folgt im Jahr 1932 und macht das Schloß zum Wohnsitz der Familie Thun bis April 1946.
     Im Jahr 1682 wurde die Kirche der Allerheiligsten Dreifaltigkeit gebaut, 1859 brannte sie ab und entsteht neu im Historisierungsstil. Über Eulau führt die 1871 gebaute Eisenbahnstrecke Podmokly (Bodenbach) – Duchcov (Dux). In der Vergangenheit gebrauchte Namen der Stadt: Eulow, Ylau, Ylauia, Gilow, Eule, Eulau, Jilové.
     Durch die Stadt fließt der Jílovský potok (Eulaubach). Er entspringt im Raum des Nakléřovský průsmyk (Nollendorfer Passes) in 713 m Höhe. In seinem Lauf nimmt er weitere Bäche auf und mündet nach 20 km in Děčín in die Labe (Elbe).
     Über der Stadt erhebt sich der 723 m hohe Tafelberg – Děčínský Sněžník (der Hohe Schneeberg), der höchste Punkt des Děčínská vrchovina ( Děčíner Hügellandes). Im Jahr 1864 wurde hier ein 33 m hoher Aussichtsturm gebaut, welcher einen herrlichen Rundblick in die Umgebung bietet. Es seien die bekanntesten zu erblickenden Orte genannt: Milešovka (Milleschauer), Bezděz (Bössig), Ještěd (Jeschken), Krkonoše (Riesengebirge), Festung Königstein, Türme der Stadt Dresden. Den Ortsteil Sněžník (Schneeberg) verbindet mit Rosenthal in Sachsen ein ganzjährig geöffnete Grenzübergang für Fuß – und Radwanderer. Die Besuchere finden hier gut markierte Wander – und Radwege.
     Andere Hügel in der Umgebung:
          - Výrovna (Hegeberg, 540 m) – u. a. Standort geschützter Eiben
          - Holý vrch (Kahlerberg, 528 m) – westlichtes Basaltvorkommen der Bömisch – sächsischen Schweiz
          - Javorský vrch (Ohrener Höhe, 617 m)
          - Lotarův vrch (Lotharberg, 512 m)
          - Klobouk (Hutberg, 510 m)
     Jílové (Eulau) liegt in der touristisch sehr gern besuchten Böhmisch – sächsischen Schweiz. Die Naturschönheiten findet man in zwei LSG – den Labské pískovce (Elbsandsteinen) und dem České středohoří (Böhmischen Mittelgebirge).
     Dieser Kommentar bietet nur Grundangaben an. Nähere Informationen incl. Fotos finden Sie in weiteren Werbematerialien sowie auf Internet home page der Stadt http://www.mujilove.cz
 Die Steinerne Dame oder das Leben des Aussichtsturmes und unter dem Aussichtsturm [20 MB]
       Video hier

 

 

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